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Verurteilt wegen Rache mit Schadensfolge

5.02.2013 13:56 MSK   |   Ihr Kommentar

Ein Londoner Geschworenengericht hat drei Organisatoren von DDoS-Attacken auf Bezahlsysteme, die von Hacktivisten als Unterstützung von WikiLeaks durchgeführt wurden, zu Freiheitsstrafen verurteilt. Soweit bekannt, ist das die erste Verurteilung von Ddossern in der britischen Gerichtspraxis.

Die DDoS-Attacken, die sich gegen die Dienste PayPal, Mastercard und Visa richteten, wurden vor zwei Jahren im Rahmen der Operation Payback (Operation Rache) durchgeführt ― einer Protestaktion von Anonymous, mit der den Kämpfern gegen Piraterie, Copyrightschützern, Filmproduktionsgesellschaften und Plattenlabels der Krieg erklärt wurde. Im Dezember 2010 richtete sich der „heilige Zorn“ der Hacktivisten zudem gegen Finanzorganisationen, die WikiLeaks ihre Dienste verweigerten, das wiederum im Zentrum eines politischen Skandals stand. Der Cyberüberfall der Hacktivisten kostete PayPal 3,5 Millionen britische Pfund (über 5,5 Millionen Dollar). Der Weltverband der Phonoindustrie, IFPI, schätzte seine Verluste aufgrund der „Rache“-Operation auf mehr als 20.000 Pfund ($31.400), die British Phonographic Industrie, BPI, auf £4.000, der bekannte britische Nachtclub Ministry of Sound erlitt Verluste in Höhe von 9.000 Pfund Sterling.

Die dem Gericht übergebenen Teilnehmer der „Racheaktion“ wurden der kriminellen Absprache und der Störung der Funktionsfähigkeit fremder Computer angeklagt. Drei der Angeklagten waren geständig, doch der 22jährige Christopher Weatherhead, alias Nerdo, bestand hartnäckig darauf, dass er, ein einfacher Student, die Aktion der Ddosser mit Interesse verfolgt habe – und mehr nicht. Dem Gericht wurden allerdings Materialien vorgelegt, die nicht nur eine Beteiligung des jungen Engländers an den Angriffen auf die Bezahldienste belegen, sondern ihm auch eine Schlüsselrolle an der Vorbereitung der Attacken nachweisen. Wie sich zeigte, war Weatherhead neben seinem Studium auch als Netzwerkadministrator von AnonOps tätig― einem Chat-Forum, auf dem die Mitglieder von Anonymous die Details gemeinsamer Aktionen besprechen, Freiwillige werben und ihre Attacken koordinieren. Letztlich wurde Christopher Weatherland als Organisator einer Protestaktion verurteilt, die beträchtlichen Schaden verursacht hat. Laut Urteil wird er 1,5 Jahre hinter Gittern verbringen.

Seine Komplizen Ashley Rhodes und Peter Gibson, die Informationen über die Ziele der Angriffe gesammelt hatten, wurden zu 7 und 6 Monaten Freiheitsentzug respektive verurteilt. Dabei war dem Letztgenannten nicht bekannt, dass Anonymous vorhatte, diese Finanzdienstleister anzugreifen. Als er davon erfuhr, erklärte er seine Ablehnung, verließ den Chat und brach alle Kontakte zu dessen Teilnehmern ab. Das Gericht berücksichtigte diesen Umstand als strafmildernd und schob die Vollstreckung des Urteils 2 Jahre auf. Das Urteil über den letzten Angeklagten in diesem Fall, einem 18jährigen mit Wohnsitz in Chester, wird Anfang Februar gesprochen.

Quellen:

 

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