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MoneyGram: 100 Millionen Dollar Strafe für Beihilfe

3.12.2012 20:14 MSK   |   Ihr Kommentar

MoneyGram International hat sich bereit erklärt, an den amerikanischen Fiskus 100 Millionen Dollar als Kompensation für die Opfer von Betrügern zu zahlen, die den Bezahlservice zu ihren Zwecken ausgenutzt haben. Die Konfiszierung zugunsten der Opfer ist eine der Bedingungen in der Vereinbarung über die Aussetzung des Gerichtsverfahrens, die von Vertretern des Unternehmens im Bezirksgericht von Pennsylvania unterzeichnet wurde.

MoneyGram räumte ein, korrupte Mitarbeiter zu beschäftigen und bei deren Beteiligung an Geldwäschegeschäften ein Auge zuzudrücken. Der Hauptgrund für den Verfall von MoneyGram liegt im Setzen falscher Prioritäten: Wenn eine lokale Niederlassung mehr Gewinne einfährt, so hält die Verkaufsabteilung sie aktiv über Wasser, ignoriert die Beschwerden der Betrugsopfer sowie die Signale der Anti-Fraud-Stelle. Unter Missachtung aller Regeln des guten Geschäftsgebarens strebt das Unternehmen einzig und allein nach Gewinn, und mit dessen Duldung bestehlen Betrüger tausende von amerikanischen Bürgern.

Die Ermittlungen haben gezeigt, dass MoneyGram in den Jahren 2004 bis 2009 mehrfach amerikanische Gesetze gebrochen hat, indem es tausende von Transaktionen über Agenturen durchgeführt hat, die in grenzübergreifende Betrügereien verwickelt sind. Das Unternehmen zog finanzielle Vorteile aus den Geschäften mit den Kriminellen, die vertrauenswürdige Anwender im Namen ihrer Freunde bestahlen, welche angeblich in Not geraten waren; oder im Namen von Unternehmen, die Preise und Rabattkarten vergeben – im Austausch gegen persönliche Daten oder gegen einen geringen Betrag. Jedes Mal wurde dem Opfer vorgeschlagen, die Auslandsüberweisung über MoneyGram zu tätigen. Die Dienste des Unternehmens nutzten auch Cyberkriminelle, die Online-Konten mit Hilfe von Schadprogrammen leer räumen. Sie überwiesen die gestohlenen Gelder auf gefälschte Konten von Strohmännern, die das ergaunerte Geld ihrerseits abhoben und ins Ausland überwiesen. Innerhalb von 5 Jahren hat sich die Zahl der Klagen wegen Betrugs unter Beteiligung von MoneyGram, die von amerikanischen und kanadischen Bürgern eingereicht wurden, nahezu verzehnfacht, und der von den kriminellen Kunden des Unternehmens verursachte Gesamtschaden beläuft sich auf 100 Millionen Dollar.

Die Behörden von Pennsylvania beschuldigten MoneyGram der Verletzung des amerikanischen Gesetzes über das Bankengeheimnis (Bank Secrecy Act), und 28 ehemalige Mitarbeiter der kriminellen Absprache, des Betruges und der Geldwäsche. Allerdings ist die Strafe in Millionenhöhe, die das Unternehmen sich bereit erklärte zugunsten der Opfer des Finanzbetrugs zu zahlen, für MoneyGram nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Nach Angaben unseres alten Bekannten Brian Krebs ist MoneyGram der zweitgrößte Anbieter von weltweitem Bargeldtransfer – gleich nach Western Union, dem im Übrigen ähnliche Verfehlungen nachgesagt werden. Das Netzwerk von MoneyGram umfasst 293.000 Agenten, die in 197 Ländern der Welt tätig sind, das bedeutet, das Unternehmen ist doppelt so groß wie McDonald’s, Starbucks, Subway und Wal-Mart zusammengenommen. Der Gesamtbetrag der im Jahr 2010 über MoneyGram in die ganze Welt getätigten Überweisungen betrug in etwa 19 Milliarden Dollar.

Das Unternehmen muss nicht nur die Strafe zahlen, sondern darüber hinaus auch 5 Jahre unter Aufsicht arbeiten. Laut Vereinbarung wird MoneyGram während dieser gesamten Zeit von einem unabhängigen Kontrolleur des Justizministeriums der USA beaufsichtigt. Er hat regelmäßig während der 5 Jahre vor dem Ministerium Bericht zu erstatten – über die Erfüllung der in der Vereinbarung ausgehandelten Verpflichtungen und die Wirksamkeit der Maßnahmen, die von der Unternehmensführung zur Verbesserung der Situation ergriffen wurden. MoneyGram hat sich verpflichtet, sich den Standards zur Bekämpfung betrügerischer Geldgeschäfte und Geldwäsche zu unterwerfen, zentralisiert die amerikanischen Standards und die lokale Geschäftsethik zu befolgen, ein Belohnungssystem für die Beachtung der rechtlichen Regeln auf Managementebene einzuführen und das rechtliche Audit in den Zonen mit hohem Risiko zu verschärfen. Erfüllt das Unternehmen die Bedingungen, wird das amerikanische Justizministerium die Aufhebung aller Anklagepunkte beantragen.

Quelle: justice.gov

 

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