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Abgephishte Yahoo- und Hotmail-Konten zum Teil immer noch offen

9.10.2009 17:09 MSK   |   Ihr Kommentar

Anders als verlautbart, haben Microsoft und Yahoo längst noch nicht alle Konten gesperrt, deren Zugangsdaten kürzlich im Internet veröffentlicht wurden. heise Security fand in der Liste mehrere Hotmail- und Yahoo-Konten, die immer noch zugänglich waren und deren Postfächer verdächtige Aktivitäten aufzeigen.

Der Betreiber des Blogs Serversniff, Thomas Springer, fand heraus, dass die auf Pastebin veröffentlichten und dort gelöschten E-Mail-Zugangsdaten an verschiedenen Stellen im Internet wieder auftauchten. Da er den Beteuerungen der Mail-Provider, sie hätten alles im Griff, nicht unbesehen glauben wollte, testete er einige dieser Zugangsdaten und stellte fest, dass keineswegs alle Konten gesperrt sind.

In der Tat konnte auch heise Security die Liste ohne große Mühe im Internet aufspüren und Springers Aussagen im wesentlichen bestätigen. Beim Durchprobieren der Zugangsdaten fanden sich recht schnell gültige Zugangsdaten, mit denen wir Zugriff auf Yahoo und Hotmail-Konten erlangen konnten. Die derzeit im Internet verbreitete "große" Liste enthält etwa 24.000 Einträge, wobei die ersten 10.000 wie beschrieben mit den Buchstaben A und B beginnen. An .de-Adressen enthält sie nur zehn Hotmail-Konten, die ausnahmslos bereits gesperrt beziehungsweise mit einem neuen Passwort versehen sind. Springers Analyse, dass Yahoo bislang fast gar nicht reagiert hätte, können wir jedoch nicht bestätigen, was am zeitlichen Versatz liegen könnte.

Interessant ist, dass die Mail-Konten zum Teil bereits Passwort-Änderungs-Mails etwa von Paypal enthielten, die aus den letzten Tagen stammen. Außerdem wurden in der Inbox offenbar gezielt Mails geöffnet, die sensible Daten enthalten könnten, also etwa Passwort-Änderungs-Bestätigungen und Nachrichten von Banken. Das lässt den Schluss zu, dass diese Mail-Konten bereits systematisch durchforstet werden. Es ist zu bezweifeln, dass das in allen Fällen nur aus reiner Neugier geschieht.

Unterdessen bezweifeln erste Experten, dass die Daten tatsächlich nur durch Phishing geklaut und somit von den Anwendern selbst preisgegeben wurden, wie die Mail-Provider bislang beteuerten. Die Sicherheitsspezialistin Mary Landesman etwa meint, dass das Format der Daten und auch die schiere Menge vielmehr für Trojaner spreche, die die Daten auf infizierten PCs mitprotokollieren. Dafür spricht, dass sich in der Liste auch mehrere hundert Website-Adressen inklusive Zugangsdaten finden. Dagegen sprechen Einträge wie "Not telling" (Sag ich nicht), die tatsächlich danach klingen, als hätte da jemand Phish gerochen.

Quelle:
heise online
 

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