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Das nigerianische Erbe erwartet Sie

23.01.2013   |   Ihr Kommentar

Maria Rubinstein

Vor kurzem las ich im Internet-Tagebuch meiner virtuellen Bekannten aus einer kleinen sibirischen Stadt, dass ihre Mutter Betrügern zum Opfer gefallen sei und die Familienersparnisse für ein nicht existentes Erbe aus dem fernen Afrika ausgegeben habe.

Meine Bekannte schenkte ihren betagten Eltern einen Computer, doch der brachte ihnen kein Glück. Sie erhielten eine E-Mail, in der ihnen ein Mitarbeiter irgendeiner Bank eine aufregende Neuigkeit in schlechtem Englisch verkündete: Anna Sergejevna, die Mutter meiner Bekannten (der Name wurde auf ihren Wunsch hin geändert), sollte angeblich ein Millionenerbe erhalten. In Afrika sei ihr Verwandter, der Millionär John Sergejev, verstorben. Mister Sergejev habe keine Erben hinterlassen, doch sein Anwalt habe über das Internet nach Verwandten seines Kunden geforscht und sei nach langer Suche in dem kleinen sibirischen Städtchen fündig geworden.

Nach einem kurzen Schriftwechsel wurde die „Erbin“ aufgefordert, die anfallenden „Spesen“ zu bezahlen, damit dann die Überweisung des geerbten Vermögens auf ihr Konto stattfinden könne. Die Mutter meiner Bekannten überwies einige tausend US-Dollar auf das in der E-Mail angegebene Konto bei der örtlichen Sparkasse.

Danach antwortete ihr niemand mehr – weder auf E-Mails noch auf Anrufe bei der in der Nachricht angegebenen Telefonnummer.

Nigerianische Betrüger

Leider ist Anna Sergejevna nur eines von vielen Opfern der so genannten „nigerianischen Betrüger“. Ihr Arbeitsschema ist simpel: Die Verbrecher versenden Briefe, in denen sie in der Regel um Hilfe bitten – zum Beispiel um Steuerzahlungen für eine solide Summe von mehreren Millionen Dollar zu umgehen. Oder sie bieten dem Empfänger an, Geld mit ihm zu teilen, das ihnen zufällig in die Hände gefallen ist. Oder sie informieren ihn über den Erhalt eines großen Erbes. Um das Geschäft erfolgreich abzuschließen, wird vom angeschriebenen Vermittler oder Erben eine – im Vergleich zu dem versprochenen Gewinn – unbedeutende Summe gefordert. Die Kriminellen erklären sich bereit, ihrem potenziellen Opfer gescannte Dokumente zur Verfügung zu stellen, berufen sich auf das Wort eines Anwalts oder zur Not auf das Wort eines ehrwürdigen Pastors, der die Richtigkeit der in der E-Mail geschilderten Geschichte bestätigt. Welche Geschichte die „Nigerianer“ auch immer aus dem Hut zaubern, das Ende ist immer gleich: Sobald sie Geld von ihren Opfern erhalten haben, sind die Betrüger verschwunden.

Jeden Monat filtern die Spamfallen von Kaspersky Lab mehrere zehntausend nigerianische Mails verschiedener Sprachen aus den E-Mail-Strömen.

Über diese Art der Betrügerei wird sowohl im Internet als auch in den Printmedien berichtet. Dennoch finden sich immer wieder Leute, die entweder neu im World Wide Web sind oder bei denen die guten Ratschläge zum einen Ohr rein- und zum anderen wieder rausgehen („Was geht mich das an, ich falle auf so etwas eh nicht rein!“). Manch einer ist einfach zu naiv und nimmt die Versprechungen der Betrüger tatsächlich ernst.

Der Trick ist tatsächlich schon seit Langem bekannt: Die ersten Briefe aus Nigeria, in denen große Geldsummen angeboten wurden, tauchten bereits in den 1980er Jahren auf und wurden damals noch auf dem herkömmlichen Postweg verschickt. Seit dem Aufstieg des Internets nutzen die nigerianischen Betrüger die Vorzüge der elektronischen Post. Heute werden die Versendungen von nigerianischen Mails aus den unterschiedlichsten Ländern der Welt organisiert.

Die ersten nigerianischen Mails wurden im Namen von Witwen oder Kindern verstorbener nigerianischer Staatsmänner verfasst, deren Millionen nur im Ausland zu Bargeld zu machen sind. Daher kommt auch der Begriff „nigerianische Briefe“. Später wurden die von den Betrügern zusammengereimten Geschichten immer abwechslungsreicher und deren Autoren waren so engagiert bei der Sache, dass die „Nigerianer“ im Jahr 2005 sogar mit dem Ig-Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurden.

Nigerianische Inhalte

Die Betrüger halten in der Regel mehrere Köder parat, die sie in einem Brief miteinander verbinden können. Allerdings gibt es für jedes Motiv viele Variationen. So sind die Namen der Politiker frei wählbar, tödliche Krankheiten und Geschichten über blutige Morde beeindrucken immer und die Geldsummen sind grundsätzlich überwältigend groß – weniger als 50.000 US-Dollar oder Euro werden uns nie versprochen.

Klassiker des Genres

Unten stehend ein Beispiel eines klassischen nigerianischen Briefes, in dem die Autorin vom Tod ihres Vaters berichtet. Allerdings wurde der Vater in diesem Fall nicht während des Bürgerkrieges in Nigeria getötet, sondern fiel – dem aktuellen Zeitgeschehen angepasst – dem Gaddafi-Regime zum Opfer.

From: «Hassan»
Subject:

Before I proceed, I must first apologize for this unsolicited mail to you. I’M the Daughter of late Mr Hame, who wasassistant secretary of Muammar Gaddafi who is now dead.

My father was among those GADDAFI killed as inside enemy, but before the fightI was taken by boot to Spain here in my father private house, so that I can take care of his investment here in Spain, and my father leave some amount of money for me here in one of the private security company here, and now I want to move this moneyout of this country.

I have told my lawyer about it, all I need is a trust worthy person. So that when the money is transferred into his or her account, he or she can help me for visa and other papers I needed to live in that country, you have 10 of any amount transferred into your account.

If you are willing, then email my lawyer at this and his name is Barr. Martinez Luis So that he can explain to you more about this, if you want to come down here and see by yourself,

Regards,
Habbib Al Hassan


Übersetzung aus dem schlechten Englischen:

Von: „Hassan“
Betreff:

Bevor ich fortfahre, möchte ich mich für die ungefragte Mail an Sie entschuldigen. Ich bin die Tochter des verstorbenen Mister Hame, der Assistent des nunmehr toten Muammar al-Gaddafi war.

Mein Vater gehörte zu denen, die Gaddafi als interne Feinde umbringen ließ, doch vor dem Kampf wurde ich nach Spanien gebracht, in das Privathaus meines Vaters, so dass ich mich um seine Investitionen hier in Spanien kümmern kann, und mein Vater überließ mir etwas Geld in einer der hier ansässigen Security-Firmen, und nun möchte ich einen Teil des Geldes außer Landes bringen.

Ich habe darüber mit meinem Anwalt gesprochen, und alles was ich benötige, ist eine vertrauenswürdige Person. Sobald das Geld auf deren Konto eingegangen ist, hilft er oder sie mir mit dem Visum und den Dokumenten, die ich für das Land benötige, und Sie erhalten 10 [gemeint sind offensichtlich 10 % - Anm. d. Ü.] von dem auf Ihr Konto überwiesenen Betrag.

Wenn Sie gewillt sind, schreiben Sie meinem Anwalt Martinez Luiz. Er wird Ihnen weitere Details erläutern, wenn Sie möchten, kommen Sie hierher und sehen Sie selbst.

Ihre Habbib Al Hassan


Junge Erbin sucht Bekanntschaft:

In einer der Spielarten des klassischen Schemas wird der Brief im Namen einer jungen Frau geschrieben, die ein ansehnliches Vermögen irgendwo in einem unruhigen afrikanischen Land geerbt hat. Solche Mails werden in erster Linie zielgerichtet an Männer gesendet, die auf Kontakt-Seiten registriert sind (die entsprechende Schönheit fügt selbstverständlich auch ein Foto bei).

Ein Schreiben dieser Art sieht dann ungefähr so aus:

„Ich bin die Tochter eines ermordeten Millionärs, Flüchtling, und ich verstecke mich vor den Mördern meines Vaters; auf meinem Konto befindet sich das von meinem Vater hinterlassene Vermögen, doch ich brauche Hilfe, um es von der Bank abheben zu können. Ich bin bereit, zu Ihnen zu fliegen, um alle Transaktionen mit Ihrer Hilfe in Ihrem Land durchzuführen, doch ich bin noch sehr jung und sehr einsam“.

Sie erben

Ein fremdes Erbe ist gut, ein eigenes noch besser. So sehen es offensichtlich auch die Betrüger, die Mails mit Benachrichtigungen über ein Erbe versenden, das dem Empfänger der Mitteilung von einem reichen Verwandten hinterlassen wurde:

„Ihr Verwandter ist verstorben [in irgendeinem weit entfernten Land]. Sie kannten ihn nicht, allerdings sind Sie sein einziger Erbe. Ich, sein Anwalt [Buchhalter, Beichtvater], werde Ihnen helfen, alle notwendigen Papiere zusammenzustellen“.

Dear ,

I am paul koffi (S.A.T),writing you in respect of my deceased client Late Mr.P.A.Sergeev,who died On the 21st of April 2003 along with his entire family.I have been trying to locate any member of his family to assist in repartrating the fund he deposited in finance house valued at USD$10.5million.

Please i would like you to contact me through my private email address barr_muhammadali@yahoo.com so that i can give the detail concerning the claim.

I am looking forward to hearing from you soon.

God bless you. Best Regards,

Barr.koffi paul(S.A.T)
**********@hotmail.com


Hier die fehlerhafte Mitteilung in der Übersetzung:

Lieber
ich heiße Paul Koffi (S.A.T) und schreibe Ihnen bezüglich meines verstorbenen Mandanten Mr. P. A. Sergeev, der am 21. April 2003 zusammen mit seiner gesamten Familie verstarb. Ich habe versucht, ein Familienmitglied ausfindig zu machen, das mich bei der Rückführung des Vermögens in Höhe von 10,5 Millionen US-Dollar unterstützt, das er bei einer Finanzierungsgesellschaft hinterlegt hat.

Bitte nehmen Sie über meine private E-Mail-Adresse barr_muhammadali@yahoo.com Kontakt mit mir auf, so dass ich Ihnen Ihre Ansprüche näher erläutern kann.

Ich freue mich, bald von Ihnen zu hören.

Gott schütze Sie. Mit herzlichen Grüßen,

Barr. Koffi Paul (S.A.T)
**********@hotmail.com


Genauso eine E-Mail erhielt auch die Mutter meiner Bekannten.

Teilen wir das Geld des Verstorbenen?

Eine andere Variante: Verstorben ist nicht ein Verwandter, sondern ein Namensvetter. Er hat weder Erben noch ein Testament hinterlassen, doch wäre es nicht eine Schande, wenn sein ganzer Reichtum dem Staat in die Hände fallen würde? Die Mitarbeiter der Bank, die sein Vermögen verwaltet, machen sich also auf die Suche und finden den Empfänger der Mail, der denselben Nachnamen trägt und der demzufolge das Erbe antreten könnte! Und für die Vermittlung wird so gut wie gar nichts verlangt – mickrige 30 Prozent der Summe.

Doch wenn sich kein Namensvetter des Verstorbenen findet? Macht nichts, das Geld wird in jedem Fall an den Mann gebracht und aufgeteilt. Der Millionär hat keine Verwandten, sein Geld bleibt auf der Bank. Die Mitarbeiter dieser Bank schlagen dem Empfänger vor, als Erbe aufzutreten und ihnen als Dank für die Vermittlung einen Teil des Vermögens zu überlassen.

From: Paul Kunert
Dear Sir,
Strictly Confidential

It gives me a great deal of pleasure to write you this mail and even when it might come to you as a surprise. My name is Paul Kunert. I am a client services manager with a bank here in Europe. I would like to use this medium to ask your assistance.

I have in the course of my duties come in contact with an account that has been inactive for some years now and a careful investigation proved the depositor of the funds died five years ago. All attempts to reach the supposed beneficiary of the deposit were fruitless and before it is forfeited to the state, can you assume next of kin? I look forward to hearing from you.

Respectfully yours, Paul Kunert


In der Übersetzung:

Von: Paul Kunert
Werter Herr,
Streng vertraulich

Mit Freude schreibe ich Ihnen diesen Brief, auch wenn er für Sie unerwartet kommen mag. Mein Name ist Paul Kunert. Ich bin Manager einer Bank in Europa. Ich wende mich mit diesem Brief an Sie mit der Bitte um Hilfe.

Im Rahmen meiner Tätigkeit bin ich auf ein Bankkonto gestoßen, das seit einigen Jahren nicht aktiv ist. Vorsichtige Nachforschungen haben ergeben, dass der Kontoinhaber vor fünf Jahren verstorben ist. Alle Versuche, einen rechtmäßigen Empfänger der Einlagen ausfindig zu machen, waren ergebnislos. Bevor das Geld dem Staat in die Hände fällt, möchte ich Sie fragen, ob Sie nicht bereit wären, als Verwandter des Verstorbenen aufzutreten? Ich freue mich, bald von Ihnen zu hören.

Herzlichst Ihr Paul Kunert


Hinterlasse alles einem guten Menschen

Nigerianische Mails werden auch im Namen todkranker reicher Personen versendet, die ihr Geld irgendeinem guten, rechtschaffenden Menschen vermachen möchten. In der Regel schreibt ein kinderloser, verwitweter Millionär (noch häufiger sind Schreiben von todkranken, reichen Witwen).

Schauen wir uns mal einen dieser Briefe an:

From: "Veronica Nelson"
Subject: From Mrs. Veronica Nelson

Accra Ghana.
email:**************@yahoo.com

Dear Sir/Madam,

I am the above named person, but now undergoing medical treatment in (UCTH).I married to Dr. Olumide George Nelson, who worked with the Ghana Embassy in South Africa for nine years before he died in the year 2005.Before his death we were both devoted Christian.

Since his death, I decided not to re-marry or get a child outside my matrimonial home, which the bible is against. When my late husband was alive, he deposited the sum of USD$7, Million (Seven Million U.S .Dollars) with Asset Management Company. The firm is a private company that accepts Cash deposits from high net worth individuals and blue chip corporations that handle valuable assets/ products or undertake transactions that need immediate access to cash. This highly and private organization is familiar especially to the highly placed and well-connected organizations.

Recently, my doctor told me that due to cancer problem that he is not sure of my life. Though what disturbs me most is my stroke. Having known this condition, I have decided to donate this fund to orphanages and widows propagating the world of God and to ensure that the house of God is maintained. The Bible made us to understand that blessed is the hand that giveth.

I took this decision because I don't have any child that will inherit this money and my husband's relatives are not devoted Christians and they have taking over all my late husband properties so don't want a situation where this money will be used in an UN-Godly Manner because of my childlessness, been the reason for taking this bold decision. I know that I am going to be in the bosom of the Lord. Exodus 14 VS 14 says that The Lord Will Fight My Case and I Shall Hold My Peace. I don't need any telephone conversation in this regard because of my health, and because of the Presence of my husband's relatives who are always around me in the hospital. I don't want them to know about this development. With God all things are possible.

As soon as I receive your reply I shall give you the contact of My Family Lawyer who will direct you on the way forward to complete this transaction and he will also send to you all the documents covering this fund with the Company, this document will empower you to act as the original beneficiary of the funds. I want you, the orphanage and widows to always pray for me because the Lord Is My Shepherd. Any delay in your response will give me the room of sourcing for a Non-Profit/NGO that cares for Orphanages/widows.

Please assure me that you will act accordingly as I stated herein and provide me with all your contact details through the above email.

Remain Blessed In The Name Of The Lord.

Regards,
Mrs. Veronica Nelson
Reply to:**************@yahoo.com


In verkürzter Übersetzung aus dem schlechten Englischen:

Von: Veronica Nelson,
Accra, Ghana.

Werter Herr/werte Dame,

ich bin die oben genannte Person, ich werde derzeit im UCTH behandelt. Ich habe Dr. Olumide George Nelson geheiratet, der neun Jahre in der ghanaischen Botschaft in Südafrika gearbeitet hat. Er starb im Jahr 2005. Wir sind beide Christen.

Nach seinem Tod habe ich mich entschlossen, nicht wieder zu heiraten. Zu Lebzeiten machte mein Mann Einlagen in Höhe von sieben Millionen Dollar bei der Firma Asset Management. Das ist ein privates Unternehmen, das Sparguthaben hochgestellter Persönlichkeiten und großer Organisationen verwaltet. Vor kurzem sagte mir der Arzt, dass ich an Krebs erkrankt sei und er um mein Leben fürchte. Nun möchte ich das Geld an Waisenhäuser und an Witwen spenden, die das Wort Gottes auf der Erde verbreiten. Die Bibel sagt uns, dass die gebende Hand gesegnet ist.

Ich habe diese Entscheidung getroffen, weil ich keine Erben habe und die Verwandten meines Mannes keine Christen sind und das Geld nicht gottgefällig ausgeben. Ich kann diese Angelegenheit nicht am Telefon besprechen, zum einen wegen meiner Krankheit, zum anderen weil ständig Verwandte meines Mannes um mich sind. Und ich möchte nicht, dass sie von meinem Plan erfahren, doch mit Gottes Hilfe ist alles möglich.

Nachdem ich Ihre Antwort erhalten habe, werde ich den Kontakt zu meinem Familienanwalt herstellen, der Sie bezüglich des Geschäfts instruieren und Ihnen alle mit dem Sparguthaben zusammenhängenden Dokumente zusenden wird. Diese Papiere machen Sie zum Besitzer des Geldes. Ich möchte, dass Sie, die Witwen und die Waisen, für mich beten. Verzögert sich Ihre Antwort, bin ich gezwungen, mich an eine Wohlfahrtsorganisation zu wenden, die sich um Witwen und Waisen kümmert.

Bitte versichern Sie mir, dass Sie so handeln werden, wie ich es beschrieben habe, und senden Sie mir Ihre Kontaktdaten.

Seien Sie gesegnet,
Veronika Nelson


Wir lassen die Millionen nicht verloren gehen

Auch in Ungnade gefallene Millionäre werden von den Betrügern nicht vergessen. Ihr Geld lässt sich ebenfalls aufteilen!

Der Anwalt, Buchhalter oder auch der persönliche Assistent irgendeiner bekannten Persönlichkeit braucht Hilfe: Das Geld seines Klienten oder Chefs kann in der Heimat nicht verwendet werden, doch es ist möglich, es auf das Konto irgendeiner Person im Ausland zu transferieren. Die Vermittlung wird mit der Hälfte der Summe honoriert!

Solche Mails erhielten wir im Namen des Assistenten des Sohnes des gestürzten ägyptischen Präsidenten Mubarak; im Namen der Witwe von Badri Patarkazischwili; im Namen des Assistenten von Muammar al-Gaddafi, dem es gelungen war aus Libyen zu fliehen; vom Buchhalter Michael Chodorkowskys; von zahllosen Verwandten völlig unbekannter afrikanischer Beamter, die in der Heimat verfolgt werden, welche im Chaos des Bürgerkriegs versinkt.

Das Schreiben der Witwe des georgischen Millionärs Patarkazischwili lautet wie folgt:

From: "Mrs. Olga Patarkatsishvili"
Subject: Re: Greetings From Mrs. Olga Patarkatsishvili

Greetings from Georgia,

Greetings in the name of the lord, I am Mrs. Olga Patarkatsishvili, the widow of late Georgian business tycoon Mr. Badri Patarkatsishvili, I have a business proposal which will be of great benefit for you and myself. I will send you further details once I receive your response back. Please for security reason, I will strongly recommend that you write me through my private email account only.

I can be reach on this Email: (olga.patarkatsishvil@yandex.ru), for more information's on this project.

Thanks for your understanding.

Yours truly,
Mrs. Olga Patarkatsishvili.


In der Übersetzung:

Von: "Mrs. Olga Patarkatsishvili"
Betreff: Re: Grüße von Mrs. Olga Patarkatsishvili

Hallo aus Georgien,

ich grüße Sie im Namen des Herrn. Ich bin Olga Patarkatsishvili, die Witwe des verstorbenen georgischen Tycoons Badri Patarkatsishvili. Ich möchte Ihnen ein Geschäft vorschlagen, das sowohl für Sie als auch für mich von Vorteil ist. Ich werde Ihnen weitere Informationen zusenden, sobald ich Ihre Antwort erhalten habe. Aus Sicherheitsgründen bitte ich Sie, mir nur an meine persönliche E-Mail-Adresse zu schreiben.

Schreiben Sie mir an *********************@yandex.ru), um Näheres über das Projekt zu erfahren.

Danke für Ihr Verständnis.

Herzlichst Ihre
Mrs. Olga Patarkatsishvili


Eine Kiste voll Geld – in zuverlässige Hände abzugeben

Neben den Ländern, in denen Beamte unschuldig verfolgt werden und Oligarchen in Ungnade fallen, gibt es auch noch jene Länder, in denen Kampfhandlungen stattfinden. Nach Ansicht der nigerianischen Betrüger können sich an solchen Orten erstaunliche Geschichten zutragen, die sie im Namen der Soldaten in E-Mails erzählen.

„Ich bin amerikanischer Soldat. Während der Kämpfe im Irak [Afghanistan] habe ich eine Kiste gefunden, gefüllt mit Geld. Ich beabsichtige, sie an mich zu nehmen, doch ich muss dieses Geld an einen sicheren Ort bringen. Ich habe Sie für diesen Zweck ausgewählt. Erlauben Sie mir bitte, Ihnen die Kiste zuzusenden, und nach Ende der Kampfhandlungen komme ich zu Ihnen, nehme das Geld an mich und überlasse Ihnen als Dank für Ihre Hilfe die Hälfte der Summe!“

In einigen Schreiben merken die „Soldaten“ an, dass das Geld eine Hinterlassenschaft von Osama bin-Laden sein könnte. In einer dieser Mails stand etwas von einem Betrag in Höhe von 12,5 Millionen Dollar. Wie eine solche Summe in einer kleinen metallenen Kiste Platz finden soll, bleibt ein Rätsel.

Nehmen Sie den Schadensersatz

Zum Schluss ein raffinierter Trick, der sich an all diejenigen richtet, die selbst gern auf fremde Rechnung leben:

Subject: NIGERIA SCAM VICTIM COMPENSATION:
From: *****@**********

It has reached the office of the Federal Govt of Nigeria that you were scammed before so the Govt has decided to compensate you with the sum of $70,000.00,

Contact Barrister Etters and pay a fee of just $80 for funds release .
Send email to *****@***********


In der Übersetzung:

Betreff: Schadensersatz für die Opfer nigerianischer Betrüger
Von: *****@**********

Der Regierung von Nigeria wurde mittgeteilt, dass Sie einem Betrug zum Opfer gefallen sind, so dass die Regierung sich entschlossen hat, Ihnen eine Kompensation zu zahlen, und zwar in Höhe von 70.000 US-Dollar.

Setzen Sie sich mit Anwalt Etters in Verbindung und zahlen Sie für die Übermittlung des Geldes eine Gebühr in Höhe von 80 Dollar. Schreiben Sie bitte an die folgende Adresse: *****@***********.


Nach diesem Muster verfasste Schreiben können sehr viel länger ausfallen, mit vielen Details ausgeschmückt oder wie das oben stehende Beispiel auch sehr kurz gehalten sein. Doch alle versprechen den Betrugsopfern eine Schadensersatzzahlung. Der Empfänger des Briefes soll lediglich begreifen, dass seine Geschichte nicht überprüft wird und er die Millionen einfach so erhält, nur deshalb, weil die Regierung einen Fehler gemacht hat.

Doch nun mal ehrlich – wer möchte schon Schadensersatz, wenn er in Wahrheit gar kein Betrugsopfer ist? Eine Kompensation erhalten Sie auch nicht, zum Opfer werden sie allerdings schon.

Autor! Autor!

Wie bereits gesagt werden nigerianische Mails aus den verschiedensten Ländern verschickt. Die Autoren solcher Schreiben beherrschen in der Regel die englische oder französische Sprache, wobei automatische Online-Übersetzer ihnen die Möglichkeit geben, ihre Epistel in jede beliebige Sprache zu übertragen, darunter auch ins Russische. Die Antworten ihrer Opfer lesen sie dann ebenfalls mit Hilfe eines automatischen Übersetzers.

Ein Schreiben von der „Tochter eines großen Politikers“ von der Elfenbeinküste erhielten wir in der Kunstsprache Esperanto. Eine schnelle Suche nach dem Namen Rosina Jillian Tagro hat gezeigt, dass das Fräulein auch Mails auf Polnisch verschickt. Welcher Herkunft der Autor des Briefes in Wahrheit ist, kann man nur raten.

Manchmal lautet die Anrede schlicht „Lieber Freund“, und die Betrüger hoffen darauf, dass der Empfänger anbeißt und sie seinen Namen aus seiner Antwortmail erfahren.

Doch wie wir oben bereits gezeigt haben, kennen die Betrüger die Namen ihrer potenziellen Opfer tatsächlich recht häufig: An Namens- und Adressdatenbanken kommt man leider nur allzu leicht heran. Wenn Sie auch nur ein einziges Mal Spam erhalten haben, so bedeutet das gleichzeitig, dass Ihre Adresse in mindestens einer Datenbank vorhanden ist. Das bedeutet wiederum, dass auch Sie vor den „Nigerianern“ nicht sicher sind.

Selbst wenn die Mail mit einer persönlichen Anrede beginnt, kann es sich um einen Betrug handeln. Wenn zum Beispiel die Adressatin, die in irgendeiner Datenbank als „Petrova Olga“ aufgeführt ist, eine Mail mit folgendem Inhalt erhält, so ist das nur mit den Tücken der russischen Namensgebung zu erklären: „Sehr geehrter Herr Olga! Ihr Namensvetter, Mister John Olga ist kürzlich verstorben“. Doch in jedem Fall ziehen die Betrüger ihren Nutzen auch aus solchen Versendungen: 99 Adressaten, die eine solche Mail erhalten, mögen lachen und sie umgehend vergessen, doch der hunderterste tappt in die Falle.

Trau Deinen eigenen Augen nicht

Wenn Ihnen in einer Mail Millionen in Form eines Erbes, eines Geschenks oder als Vermittlergebühr bei der Überführung von Reichtümern aus einem von Krieg und Unruhen geschüttelten Land angeboten werden, so denken Sie gut nach, bevor Sie antworten. Solche Mails versenden nur Betrüger!

Selbst wenn sich eine todkranke Witwe, der Sekretär eines großen Politikers oder die Tochter eines getöteten Ölmultis in einem Schreiben an Sie wendet, so machen Sie sich keine Hoffnungen: Die Online-Verbrecher wissen, wie Sie an Namens- und Adressdatenbanken kommen.

Wenn die Autoren der Briefe als Beweis ihrer Ehrlichkeit oder als Beweis für die Existenz der sagenhaften Reichtümer gescannte Dokumenten-Kopien per E-Mail schicken, so lassen Sie sich nicht ins Bockshorn jagen. Mit gefälschten Dokumenten haben Cyberkriminelle für gewöhnlich keine Probleme. Eine Fälschung – die gescannte Kopie eines Passes, Kontoauszüge, eine Anwaltslizenz oder das Foto eines rechtschaffenden Pastors inmitten seiner Familienangehöriger – lässt sich mit Hilfe von Photoshop oder eines beliebigen anderen Bildbearbeitungsprogramms mit minimalem Aufwand selbst erstellen.

Am sichersten ist es, Mails von unbekannten Absendern gar nicht erst zu öffnen. Wenn Sie trotzdem gern wissen möchten, was für eine Geschichte die „Nigerianer“ für sie vorbereitet haben und sich über die Ausdrucksweise des automatischen Übersetzungsprogramms amüsieren möchten – so amüsieren Sie sich. Senden Sie die nigerianische Mail aber anschließend an Kaspersky Lab – dadurch helfen Sie uns, andere Anwender vor den Übergriffen der Betrüger zu schützen.

Quelle:
Kaspersky Lab
 

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